Neuigkeiten aus dem All

Alles Müll, oder was?

Naja, man macht sich ja so seine Gedanken. Unlängst lief zu Hause der Fernseher – irgendein Kindersender, eine Wissenssendung für kleine Erwachsene über Themen des Weltraums. Da wurde ich natürlich hellhörig. Und es ging um das Thema „Weltraumschrott“. An und für sich nichts Aufregendes, dachte ich – bis der Beitrag losging. Da wurde berichtet, dass es eine eigene Berufsgruppe von Leuten gibt, die den ganzen Tag Weltraumschrott analysiert, aufzeichnet und bestimmt. Na geht´s noch? Aus den Wrackteilen zerschellter Satelliten und Raketenresten werden Arbeitsplätze geschaffen?! Auch nicht schlecht, da muss natürlich gleich ein neuer Beitrag her.

Woher kommt der Mist überhaupt?

Der in der Fachsprache „Space Debris“ (Weltraumschutt) genannte Weltraumschrott stammt hauptsächlich von ehemaligen Raketenteilen, die teilweise noch mit Treibstoff befüllt sind, und ausgedienten Satelliten. Bei Kollisionen mit solchen treibstoffbefüllten Ex-Raketen-Stufen kommt es manchmal zu Explosionen, was die Größe der Schrottteile zwar verringert, aber deren Zahl exponentiell in die Höhe schnellen lässt. So treffen wir außerhalb der Erdatmosphäre auf allerlei Schrauben, Verbindungsstücke und sonstige Kleinteile, die eine echte Gefährdung mit sich bringen.

Apropos Erdatmosphäre: Ein Teil des Schrotts stürzt ab, weil er die Umlaufbahn nicht halten kann und verglüht in der Atmosphäre. Quasi ein Selbstreinigungsprozess. Doch der Schein trügt – es kommt mehr Mist dazu, als weg. Daher sind Experten gefordert, die Teile zu katalogisieren und zu verfolgen.

Ordnung muss sein, auch im All …

Weltraumschrott

Jeder weiße Punkt steht für ein größeres Schrottobjekt. Quelle: Siehe Bildnachweise

… und daher gibt es die Sheriffs, die über den Schrott wachen. Knapp mehr als 15.000 Objekte mit einem Durchmesser von über fünf Zentimetern sind bereits von Weltraumbehörden dokumentiert worden und werden laufend beobachtet. Die Dunkelziffer ist aber weit höher: Schätzungsweise 1.500.000 Teile mit geringerem Durchmesser wurden noch nicht geortet und halten sich trotzdem da draußen auf …

Die Stellen, an denen Weltraumschrott um die Erde kreist, sind definierbar. Da sich der Mensch und seine Maschinen nur in einem gewissen Radius um die Erde regelmäßig aufhalten, kann sich auch der Schrott nur in diesem Bereich ansammeln. Unfälle sind daher vorprogrammiert, wie beispielsweise im Jahr 1996. Hier kollidierte ein französischer Aufklärungssatellit mit Resten einer Ariane-Rakete und wurde stark beschädigt.

In dem Film „Gravity“ (der mir nicht besonders gefallen hat) bekommt man in den Anfangsszenen aber zumindest eine Ahnung davon, was passiert, wenn Wrackteile intakte Teile treffen. (Die Teile des Films, die sich im Weltraum abspielen sind ja sehr realistisch und gelungen).

Weltraumschrott ade?

Die Kosten, die eine Säuberung des Weltraums von unserem Mist verursachen, wären astronomisch hoch. Ein paar Möglichkeiten gäbe es nämlich schon:

  • Man müsste darauf achten, dass es zu keinen unkontrollierten Explosionen im Weltall kommt. Bevor daher Raketen abgesprengt werden, sollte der nicht benötigte Treibstoff abgelassen werden.
  • Restliche Überbleibsel müssten auf einen „Friedhof für Wrackteile“ transportiert werden (in über 36.000 km Höhe wird das All nicht mehr für Weltraumflüge und Satelliten benötigt).
  • Erdnahe Objekte müssten mit einem Düsenantrieb oder ähnlichem ausgestattet werden, der einen kontrollierten Absturz auf die Erde ermöglicht bzw. diese Teile dann in der Atmosphäre verglühen lässt.

Dass diese Unternehmungen sehr viel Geld kosten, liegt auf der Hand. Wer sollte dies bezahlen? Die einzige Möglichkeit, das Weltall von Schrott frei zu halten, ist eigentlich die Müllvermeidung. Da uns dies aber auf unserem Planeten schon nicht wirklich gelingt, gehe ich nicht davon aus, dass es im All auf lange Sicht funktioniert …

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