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Der Herr der Ringe

Sie fragen sich, wie ich zu so einem Beitragstitel komme? Den habe ich Tim Ruster von www.astro-comics.de zu verdanken. Er hat mir das folgende Comic zur Verfügung gestellt und ich habe mich kurzerhand entschlossen, einen längst fälligen Artikel zu dem Ring zu verfassen, der den Saturn seit Jahrtausenden knechtet und bindet…

Saturn

Mein Dank gilt Tim Ruster von www.astro-comics.de, der mich dazu inspiriert hat, endlich über den Saturn-Ring zu berichten. Quelle: Siehe Bildnachweise.

 

Der Saturn mit seinen Ringen ist mit Sicherheit einer der herausragenden Planeten unseres Sonnensystems und neben Sonne und Erde wahrscheinlich der bekannteste Himmelskörper in unserer näheren Umgebung. Sogar mein vierjähriger Sohn kennt ihn und weiß ganz genau, dass der mit den Ringen „Saturn“ heißt. Aber letztendlich wissen viele Menschen gar nicht, was die Ringe sind, woher sie kommen und selbst bei der Frage nach deren Stärke, höre ich ab und zu:“ Naja, mehrere Hundert Kilometer natürlich.“ Aber ganz so ist es dann doch nicht. Daher befasst sich der folgende Artikel mit Saturn, seinen Ringen und ob Sauron auch vorkommt, kann nicht nicht versprechen…

Die Entdeckung

Galileo Galilei

Galileo Galilei (1564-1642). Quelle: Siehe Bildnachweise

Erstmals gesichtet wurden die Ringe des Saturn im Jahr 1610. Ein gewisser Galileo Galilei hat diese Entdeckung gemacht. Da seine damaligen Teleskope weit weniger genau waren als heutige Messinstrumente, bezeichnete Galilei die Ringe vorerst als „Henkel“, weil sie eben nicht so genau zu erkennen waren und so aussahen, wie „Beulen“ am Rand des Planeten.

1655 konkretisierte Christiaan Huygens die Beobachtungen Galileis und stellte fest, dass es sich bei den „Henkeln“ eigentlich um unabhängige Ringe handelt, die den Planeten umgeben.

In den Ringen sind von Staubkörnern, die nur wenige Zentimeter groß sind, bis zu metergroßen Brocken viele verschiedene Gesteine vereint. In Summe sind die Ringe maximal einige Hundert Meter dick, an manchen Stellen aber deutlich dünner und im Gegensatz zum Durchmesser der Ringebene von rund einer Million Kilometer insgesamt fast schon vernachlässigbar. Deutlich macht das der folgende Vergleich:

Würde man eine Rasierklinge im selben Verhältnis (nämlich Durchmesser der Ringe zu deren Stärke) herstellen, wäre die Klinge schärfer, als jede derzeit existierende Klinge.

Was sonst noch wichtig ist

Ringe des Saturn

Benennung der Saturnringe. Quelle: Siehe Bildnachweise

Außergewöhnlich ist das Ring-Benennung-System. Die Reihenfolge der Ringnamen (Bezeichnung mit Großbuchstaben) folgt nämlich dem Prinzip der Entdeckung. Das heißt, es gibt keine durchgehende Reihenfolge von innen nach außen oder von außen nach innen, sondern der Ring, der früher entdeckt wurde, wurde auch zuerst benannt. Dies mag zwar auf den ersten Blick logisch erscheinen, sehr praktikabel ist es aber meines Erachtens nicht. Es werden auch nur die sichtbaren Hauptringe mit einem Buchstaben versehen. Das macht aus meiner Sicht schon eher Sinn, denn ansonsten würde die Benennung der vielen kleinen Einzelringe eine schier unbewältigbare Aufgabe bedeuten. Im linken Bild sind der E- und der G-Ring nicht dargestellt. Diese liegen weit außerhalb des Blickfeldes und wären wegen ihres geringen Kontrastes kaum sichtbar.

Giovanni Domenico Cassini (nach ihm ist auch die Cassini Raumsonde benannt) entdeckte im Jahr 1675 eine Lücke im Ringsystem. Es handelt sich dabei aber nicht um eine gänzlich leere Stelle zwischen den Ringen. Es existieren dort sehr viele dünne Ringe, welche um einiges dunkler sind als die benachbarten Ringe A und B (Im obigen Bild ist dieser Bereich sehr schön zu erkennen). Aus diesem Grund waren sie für Cassini nicht zu entdecken. Trotzdem gibt es zwischen den Ringen immer wieder freie, materielose Stellen. Diese sind auf gravitative Wechselwirkungen zwischen den Ringen und den Saturnmonden zurück zu führen.

Wo kamen die Ringe des Saturn überhaupt her?

Der Ursprung der Saturnringe ist unbekannt. Forscher gehen derzeit von zwei Möglichkeiten aus, wie sie entstanden sein können:

Variante 1 behandelt die Theorie, dass dem Saturn ein Komet zu Nahe gekommen ist. Dieser wurde aufgrund der starken Gravitation des Planeten in seiner Umgebung zermahlen. Die Ringe sind also die Materialreste des Kometen, die aufgrund der Schwerkraft auf der Bahn um den Saturn gehalten werden. Die zweite Theorie ist ziemlich ähnlich: Ein Asteroid könnte einen (ehemaligen) Saturnmond zerstört haben und aus diesen Überresten bildeten sich die Ringe.

Ringe des Saturn II

 Die Ringe des Saturn und der Planet selbst, mit gegenseitigem Schattenwurf. Quelle: Siehe Bildnachweise.

Soweit das Wesentliche zu den Ringen des Saturn. Interessante und weiterführende Informationen finden Sie auch hier:

http://stellariumblog.com/2015/09/27/das-sonnensystem-in-zahlen-saturn/

http://www.spektrum.de/wissen/steckbrief-saturn-planet-der-ringe/1203843

Zum Schluss noch einmal der Hinweis auf die Homepage www.astro-comics.de, mit vielen lustigen Comics von Tim Ruster.

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2 Comments

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  1. Interessanter Beitrag! Saturn ist ja mein persönlicher Lieblingsplanet 🙂

    1. Hi!
      Freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt. Wenn du dich so gut mit Teleskopen auskennst, wundert es mich nicht, dass er dein persönlicher Lieblingsplanet ist. Schließlich schaut er sicherlich sehr schön aus, durchs Teleskop betrachtet…

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