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Der eher unauffällige Mars-Mond Phobos hat einiges vor. Zumindest in den kommenden rund 50 Millionen Jahren. Irgendwann bis zu diesem Zeitpunkt wird er nämlich auseinander brechen und sich, in seine Einzelteile zerlegt, um den Mars herum ansammeln oder sogar auf diesen stürzen. Ich werde das nicht mehr erleben, erwähnenswert finde ich es aber trotzdem. Mehr dazu gibt´s daher in diesem Beitrag:

Phobos – Sohn des Mars

Phobos

Der Mond Phobos, noch ganz. Quelle: Siehe Bildnachweise

Der Mond Phobos wurde 1877 durch den US-Astronom Asaph Hall (1829 – 1907) entdeckt. Benannt wurde er nach dem Sohn des römischen Kriegsgottes Mars. Er weist einen mittleren Durchmesser von rund 22 km auf und zählt damit sicher nicht zu den größten Monden in unserem Sonnensystem (Vergleich: Unser Mond hat einen mittleren Durchmesser von rund 3.500 km). Der Trabant besteht aus einem Haufen kosmischen Gerölls, das von einer Schicht aus Regolith 1 umgeben ist. Seine Umlaufzeit um den Mars beträgt etwas weniger als 8 Stunden, wobei er den Planeten in einer gebundenen Rotation 2 umkreist.

Phobos umkreist seinen Planeten in einem Umkreis von weniger als 6.000 km. Dies ist bereits der erste Anhaltspunkt dafür, weshalb der Mond früher oder später auseinander brechen wird: Die Umlaufbahn liegt aufgrund der großen Nähe zum Mars unter der sogenannten Roche-Grenze.

Was ist die Roche-Grenze?

Phobos und Deimos

Die Umlaufbahnen der Marsmonde Phobos und Deimos. Auffallend ist die Nähe von Phobos zum Mars. Quelle: Siehe Bildnachweise

Sie ist benannt nach Édouard Albert Roche (1820 – 1883). Diese Grenze ist quasi ein Kriterium zur Festlegung der inneren Stabilität eines Himmelskörpers, der einen anderen umrundet. Es werden die Gezeitenkräfte (die den Körper auseinanderreißen möchten) mit den Gravitationskräften (die den Körper zusammenhalten wollen) verglichen. So ergibt sich eine untere Grenze für die Umlaufbahn. Im gegenständlichen Fall liegt Phobos innerhalb dieser Grenze. Es dominieren also die Gezeitenkräfte, was sich nicht sehr positiv auf Phobos auswirkt…

Wie geht es weiter?

Sichtbar ist das durch längliche Furchen, auf der Oberfläche des kleinen Marsmondes. Diese sind bis zu 200 Meter lang und bis zu 30 Meter breit. Bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren diese Furchen auf Bildern, die die Raumsonden Mariner 9 sowie Viking 1 und Viking 2 lieferten, zu erkennen. Forscher hielten diese damals für die Folgen von Asteroideneinschlägen. NASA-Forscher gehen heute aber davon aus, dass Phobos in geschätzten 30 – 50 Millionen Jahren zerbrechen wird.

Was noch dazu kommt: Phobos verringert den Abstand zu Mars um rund 1,8 Meter pro Jahrhundert. Somit werden die Gezeitenkräfte im Laufe der Zeit immer stärker und stärker, was den Prozess des Auseinanderbrechens noch zusätzlich beschleunigt. In 10 Millionen Jahren wird der Mond um rund 180 km näher beim Mars sein, als heute. Das klingt erstmal nicht viel. Von einem Abstand von rund 6.000 km ausgehend, sind es aber immerhin 3% der Distanz, was bei so kolossalen Gesteinsbrocken durchaus eine Menge ist.

Einen interessanten Artikel zu diesem Thema finden Sie auf einer Seite von einem meiner Partnerblogs, nämlich stellariumblog.com

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1 Regolith ist eine Decke aus Lockermaterial, die sich auf Gesteinsplaneten im Sonnensystem durch verschiedene Prozesse über einem darunter liegenden Ausgangsmaterial gebildet hat. (Quelle: www.wikipedia.org).

2 Gebundene Rotation: Phobos wendet dem Mars im Laufe seiner Umrundung immer dieselbe Seite zu. Dies ist bei sehr vielen Monden im Sonnensystem (wie zum Beispiel auch bei unserem) zu beobachten.

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1 Comment

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  1. Sehr interessant geschrieben! Danke für diesen Artikel!
    LG

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