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Milliarden bewohnbarer Erden – Auf der Suche nach Exoplaneten

Unter dem Titel „Es gibt Milliarden bewohnbarer Erden“ haben die Salzburger Nachrichten letzte Woche ein Interview mit der Salzburger Astronomin und Astrophysikerin Lisa Kaltenegger *) abgedruckt. Die Forscherin spricht dabei über ihr neues Buch „Sind wir allein im Universum?“ und philosophiert über die Möglichkeit der Menschheit, eines Tages auszuwandern und einen Exoplaneten zu besiedeln.

Sind wir alleine?

Exoplaneten

Lisa Kaltenegger, Astrophysikerin – Quelle: Siehe Bildnachweise

Diese Frage beantwortet Sie mit: “Es würde mich sehr überraschen“. Die meiner Meinung nach einzig richtige Antwort. Wir wissen es nämlich nicht – es wäre aber tatsächlich eine Überraschung, wenn es nicht so sein sollte. Alleine in unserer Milchstraße existieren Milliarden von Sternen mit Milliarden von Planeten. Kaltenegger schätzt, dass jeder 5. von ihnen ein Exoplanet ist. Da frage ich mich selbst natürlich auch, weshalb nicht auf einem dieser Planeten Leben existieren sollte? Außerdem ist das nicht das Ende der Fahnenstange. Schließlich gibt es neben der Milchstraße noch Milliarden anderer Galaxien mit Milliarden anderer Sterne.

Aus meiner Sicht ist es so: Wenn der Weltraum unendlich ist, gibt es unendlich viele Sterne, unendlich viele Planeten und daher auch unendlich viele Planeten mit Leben. Wir haben diese nur noch nicht entdeckt.

Was bringt die Zukunft?

In einem Punkt gehe ich mit Frau Kaltenegger jedoch nicht konform: Ich bin nicht der Ansicht, dass es die Menschheit schaffen kann, rechtzeitig diesen Planeten zu verlassen. Auch wenn wir noch genügend Zeit haben, unseren technischen Fortschritt voranzutreiben, dann gibt es in diesem Universum, noch immer Naturgesetze, die gewisse Reisen (zum Beispiel mit annähernder Lichtgeschwindigkeit) „verbieten“. Hier zu behaupten, es wäre trotzdem denkbar, halte ich für einigermaßen gewagt. Ich habe in diesem Artikel bereits einmal etwas darüber geschrieben (damals aus der Sicht von Außerirdischen, die sich auf die mühevolle Reise zu uns machen).

Aber sei es, wie es sei. Weder Frau Kaltenegger, noch ich werden unsere Meinungen zu diesem Thema bestätigen können, denn so alt werden wir beide aller Voraussicht nach nicht werden.

Wie ist das Leben anderswo?

Auf einen sehr wichtigen Aspekt geht Frau Kaltenegger in diesem Interview puncto „Lebensform auf anderen Planeten“ ein. Sie meint, aus meiner Sicht völlig zu Recht, dass wir uns das vermeintliche Leben auf einem anderen Planeten gar nicht vorstellen könnten und vertritt die Meinung, dass sich dieses Leben anderenorts ganz anders entwickelt haben könnte, als bei uns. Weshalb sollte es auch nur unsere Linie der Evolution geben?

Hier stimme ich zu, bin aber der Ansicht, dass gewisse Grundvoraussetzungen durchaus gegeben sein müssen. Da ist aus meiner Sicht zum einen die Nahrungsaufnahme. Ich kann mir nicht vorstellen, dass halbwegs entwickelte Lebewesen keine Nahrung zu sich nehmen, um zu überleben. Und – egal welche Form der Nahrung – irgendwie muss diese dem Körper zugeführt und wahrscheinlich von diesem auch wieder abgegeben werden.

Eine weitere Grundvoraussetzung ist für mich die Bewegung. Lebewesen, die sich nicht fortbewegen, können sich aller Voraussicht nach auch nicht entwickeln oder, besser gesagt, nur bis zu einem gewissen Grad entwickeln.

Und nicht zuletzt muss auch eine Kommunikation möglich sein, wie diese auch immer erfolgt.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mir – und damit meine ich stellvertretend die meisten von uns Menschen – komplexe Systeme nur sehr schwer vorstellen kann. Vergleichbar ist diese eingeschränkte Sichtweise mit der Tatsache, dass wir zum Beispiel auch in einer dreidimensionalen Welt leben, in der Höhe, Länge und Breite definierte und sichtbare Grundparameter des Raums sind. Die Zeit ist nicht wirklich sichtbar und trotzdem gibt es sie als vierte Dimension. Sich das vorzustellen ist mindesten so schwierig, wie die Vorstellung möglicher Lebensformen, die anders sind als wir, sich anders fortbewegen oder anders kommunizieren.

Die Suche nach Exoplaneten

Frau Kaltenegger beschriebt diese Suche so: „Die Suche nach Leben im Universum konzentriert sich auf Felsplaneten, wie die Erde. Sie müssen ihren Stern im richtigen Abstand – in der habitablen, bewohnbaren Zone – umlaufen. Nur dann kann es auf ihrer Oberfläche flüssiges Wasser geben, sodass wir Leben dort auch über kosmische Distanzen hinweg aufspüren können. Die ersten zwei Exoplaneten wurden 2013 vom Satelliten Kepler entdeckt: Kepler 62e und Kepler 62f. Seither wird mindestens ein Mal im Jahr eine andere mögliche Erde gefunden.“ (Quelle: Salzburger Nachrichten vom 31.10.2015, Seite 24)

Daran sieht man, wie schwierig sich diese Suche nach möglichen bewohnbaren Planeten gestalten muss. Jedes Jahr „mindestens ein Exoplanet“ heißt für mich übersetzt: Manchmal einer, manchmal zwei oder manchmal auch mehr aber wahrscheinlich nicht Dutzende auf einmal…

Was meint ihr? Wird es der Menschheit jemals möglich sein, unseren Planeten zu verlassen?

Einen sehr interessanten Artikel zu einem erst kürzlich gefundenen Exoplaneten finden Sie hier

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Zur Person:

*) Lisa Kaltenegger (* 4. März 1977 in Kuchl bei Salzburg) ist eine österreichische Astronomin und Astrophysikerin, welche sich mit der Entdeckung und Erforschung von Exoplaneten, Exomonden und Supererden beschäftigt. Seit 1. Juli 2014 ist sie Associate Professor an der Cornell University und leitet das Institute for Pale Blue Dots. Zuvor war sie am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg (Deutschland) und am Harvard Smithsonian Center for Astrophysics in Boston (USA) tätig. (Quelle: www.wikipedia.org)

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