Neuigkeiten aus dem All

In den Kinderschuhen des Alls – Fernste Galaxie GN-z11 entdeckt

Dass man mit dem Hubble Weltraum Teleskop sehr weit in die Ferne schauen kann, ist kein Geheimnis. Der neueste Coup übertrifft aber alles bisher gesehene. Bis an den Rand des Universums konnte man nun blicken und zwar rund 200 Millionen Lichtjahre weiter als bisher. Die neu entdeckte Galaxie mit der Katalognummer GN-z11 liegt rund 13,4 Milliarden Lichtjahre entfernt. Viel weiter können wir nicht blicken, denn unser Universum ist rund 13,8 Milliarden Jahre alt.

Das Licht benötigt von GN-z11 also 13,4 Milliarden Jahre bis zu uns. Das heißt, wir sehen aktuell die Galaxie in jenem Zustand, als das Universum erst rund drei Prozent seines heutigen Alters hatte, was in Zahlen ausgedrückt rund 400 Millionen Jahre bedeutet. Diese Galaxie steckt zum Beobachtungszeitraum daher quasi in den Kinderschuhen.

GN-z11

Interessante Aspekte zu GN-z11

GN-z11 ist rund 25 mal kleiner als unsere Milchstraße und leuchtet ziemlich hell, was viele Experten überrascht hat. Bemerkenswert ist außerdem, dass diese Galaxie nur rund ein Prozent der Sterne unserer Galaxie aufweist aber rund 20 mal schneller wächst.

„Es ist faszinierend, dass eine so massereiche Galaxie bereits 200 oder 300 Millionen Jahre nach der Entstehung der ersten Sterne existiert hat“, meint Garth Illingworth von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz zur neuesten Entdeckung.

Wie kann man eigentlich so weit schauen?

Eine interessante Frage, die sich daraus ergibt ist aber, wie kann man eigentlich so weit in die Ferne blicken, dass man 13,4 Milliarden Lichtjahre entfernte Objekte detektiert. Immerhin ist dies ja vergleichbar mit dem Szenario, dass man eine schwach leuchtende Glühbirne in einiger Entfernung beobachten soll und von stärker leuchtenden Glühbirnen in der Nähe umgeben ist (die Glühbirnen stehen hier für mehr oder weniger stark leuchtende Objekte im Weltall). Kurz zusammengefasst also: Wie kann man entfernt leuchtende Objekte sehen, wenn man von näher leuchtenden Objekten daran gehindert wird?

Naja, die Antwort ist eigentlich einfach: Man muss eine Lücke im Weltall finden, das heißt, eine besonders „langweilige Stelle“, die einen beim „ins All schauen“ nicht stört. Diese muss dann sehr lange belichtet werden und dann kann man selbst das schwach leuchtende Licht von sehr weit her „sichtbar“ machen. Im nachfolgenden Video wird dies sehr gut erklärt und anhand eines Beispiels auch verdeutlicht. Es handelt sich um einen Ausschnitt des Vortrags von Prof. Dr. Ganteför im Rahmen der langen Nacht der Wissenschaft am 17.05.2014 in der Universität Konstanz:

Einen interessanten und weiterführenden Artikel zu GN-z11 finden Sie auch HIER.

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3 Comments

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  1. Sehr interessanter Beitrag! Bin immer wieder fasziniert wie weit unsere Technologie mittlerweile ist. Ich kann mir garnicht vorstellen wo wir in 50 Jahren stehen werden. 😀

  2. Menschen sterben weil sie nix zu essen, zu trinken oder passende Medikamente haben, aber hauptsache das wir irgendwelche sterne , galaxien oder sonstwas im all erforschen auf die wir die nächste zeit eh nicht hinkommen können. es lebe die wissenschaft…….yeaa

    1. So sehe ich das nicht ganz obwohl du sicher nicht ganz falsch liegst. Die Menschen haben es selbst in der Hand, die Erde und deren Bewohner im Gleichgewicht zu halten und dafür zu sorgen, dass jeder genug zu essen hat. as Problem ist nicht, dass Geld ausgegeben wird für die Forschung des Weltalls sondern dass politische, wirtschaftliche und unmoralische Entscheidungen getroffen werden, die soziales und gesellschaftliches (mittlerweile sehr steiles) Gefälle zur Folge haben. Hätte immer jeder darauf Rücksicht genommen, nicht etwas zu erforschen, eril es Teilen der Bevölkerung schlecht geht, wären wir insgesamt nicht da, wo wir heute sein. Aber eventuell wäre das je gerade besser …
      Wie auch immer. Meiner Meinung nach werden wir werden in nächster noch in ferner Zeit zu anderen Galaxien aufbrechen können und daher gebe ich dir zumindest ein wenig recht. Forschung ist gut und wichtig, Weltfrieden (=utopisch) aber besser.
      Danke für deinen kritischen Kommentar.

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